Bei einer Wahlbeteiligung von immerhin 40% haben sich nur 47% der Wählenden bis zum 28.06.26 dafür ausgesprochen, die Planung dieses aus der Zeit gefallenen Verkehrsprojektes zu beenden. 53% wollen das Projekt, ungeachtet der Nürnberger Haushaltssituation, umgesetzt sehen.
Für die CSU in Nürnberg ging es bei der Wahl darum, zu beweisen, „ob Großprojekte in Deutschland noch möglich sind“. Die Sinnhaftigkeit wurde dabei nie hinterfragt, aktuelle Entwicklungen (Reduzierung des Motorisierten Verkehrs in Nürnberg seit Jahren) und Erkenntnisse (wer Straßen sät, wird Autoverkehr ernten) ausgeblendet.
Mit dem Wahlergebnis wurde auch die Erzählung von CSU & SPD „Wir bauen den FSW für die Bürger des Nürnberger Westens aus. Es geht uns vor allem um den Lärmschutz. Wir glauben, dass die Bürger das von uns erwarten“ ad absurdum geführt – die Bürgerinnen des an den Frankenschnellweg direkt anliegenden Stadtteile haben sich Mehrheitlich gegen den Ausbau ausgesprochen. Sie ahnen die Folgen des Umleitungsverkehrs und der höheren Feinstaubbelastung.
Die Mehrheit der Bürger:innen, v.a. aus den Randgebieten der Stadt, die nicht direkt von den Auswirkungen betroffen sind, und die überwiegende Anzahl älterer Männer (die zum Ausbauende womöglich selbst gar nicht mehr Auto fahren) fanden das richtig so. Bemerkenswert ist die geringe Abstimmungsbeteiligung bei den progressiver Eingestellten Nürnberger:innen – sie lag in einigen der vom Frankenschnellwegausbau betroffenen Gebieten nur bei 20-30%; in den Gebieten der Ausbau-Befürworter lag die Abstimmungsquote meist bei über 50%.
Link zu weitere Infos und Analysen vom Wahlamt der Stadt Nürnberg: https://www.nuernberg.de/internet/wahlen/be2026_ergebnisse.html