STATTautobahn.de – kein Ausbau des Frankenschnellwegs

Blick auf eine umgestaltete Bahnunterführung mit Fuß-, Radverkehr und Straßenbahn

Wir schreiben das Jahr 2025 …

… und in Nürnberg soll die autogerechte Stadt der 1960er Jahre umgesetzt werden? Wir sind überzeugt davon, dass es bessere Alternativen gibt!

Was uns an der aktuellen Frankenschnellweg-Ausbauplanung der Stadt stört

Zu teuer
Der Ausbau kostet Stand heute über 1.000.000.000 EUR, Tendenz steigend. Es gibt immer noch keine belastbaren Förderzusagen, die finanziellen Spielräume des Freistaats werden aber ebenfalls enger. Vor allem fehlt dieses Geld an anderer Stelle: Beim Ausbau des Radwegenetzes, im ÖPNV, für die klimagerechte Stadt.
Allein der jährliche Unterhalt des Tunnels wird auf 4.800.000 € geschätzt – eine feste jährliche Verpflichtungen für die Stadt, die die Stadt allein stemmen muss.
Und das, wo der Kämmerer schon vor dem Ausbau wegen der Finanzprobleme der Stadt verzweifelte Hilferufe absetzt (siehe www.br.de ).
(Basis: Kostenbericht SÖR v. 2010 mit kalk. Inflation von 2% p.a. bis zur geschätzten Inbetriebnahme im Jahr 2040)

Zu wenig Zukunft
Nach einer geschätzt 12-jährigen Bauzeit könnten frühestens im Jahr 2040 die ersten Autos durch den Tunnel rollen.
Wir brauchen aber bis dahin eine CO2-freie Mobilität mit deutlich weniger Autos – und eben keine Stadtautobahn.
Die Planung torpediert den Beschluss der Stadt Nürnberg, bis 2040 CO2-neutral zu sein (aktualisiert mit dem 2025 beschlossenen Integrierten Klimaschutzkonzept).
Allein der Bau des Tunnels braucht enorme Mengen an Beton, würde gewaltige Mengen CO₂ freisetzen und gigantische Ressourcen verbrauchen. Damit verschärfen wir die Klimakrise weiter und entfernen uns vom Ziel, die Klimaneutralität Nürnbergs bis 2040 zu erreichen.

Zerschneidet die Stadt
Anders als die offiziellen Darstellungen vermitteln wollen, wird es zwischen St. Leonhard, Gostenhof und Steinbühl eben keinen Park geben. An der Oberfläche sind sogar noch mehr Fahrspuren als heute schon geplant. Die Trennung der Stadtteile wird buchstäblich zementiert.

Löst keine Probleme
Die Idee, den Autoverkehr zu „bündeln“ klingt gut – ist aber eine Illusion: Weil es nach dem Ausbau attraktiver wird, mit dem Auto zu fahren, nimmt der Verkehr zu. Der Stau wird nicht aufgelöst, sondern nur verlagert. In die Südstadt und nach Gostenhof- auf Kosten der Bewohner*innen dieser Stadtteile.

Schafft neue Probleme
Durch die kürzere und mautfreie Strecke wird LKW-Transitverkehr in die Stadt gezogen. Schadstoffe wie NO2 werden nicht gefiltert sondern am Tunnelende in die Stadtluft geblasen.
Nach Schätzung der Stadt (!) werden rund 10.000 Fahrzeuge (v.a. mehr LKWs) mehr über den FSW fahren. Die Feinstaubbelastung für die Bürgerinnen in Fürth und dem Nürnberger Westen und Süden wird ansteigen (Bremsen, Reifenabrieb). Die allergieauslösende Wirkung von Pollen wird dadurch potenziert, das Risiko für Atemwegserkrankungen zunehmen.